Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Wetteraukreis

Düngeempfehlungen für den Beratungsbereich des Maschinenring Wetterau

Die Beratungsbüros veröffentlichen jedes Frühjahr eine regionale Düngeempfehlung für Raps, Sommerungen und Wintergetreide. Diese basiert auf den Nmin-Beprobungen im Januar der 220 Nmin-Dauerbeobachtungsflächen im Maßnahmenraum. Der Beratungsbereich des Maschinenring Wetterau umfasst überwiegend Gemarkungen im Naturraum Wetterau und dem Büdingen-Meerholzer-Hügelland, sowie Gemarkungen im Frankfurter Raum. Die Düngeempfehlungen werden nach den Regionen "Wetterau Nord" (Zentrale Wetterau zwischen Wölfersheim, Reichelsheim, Dorn-Assenheim bis Bingenheim und Unter-Widdersheim), "Wetterau Mitte" (Gemeinde Niddatal und Burg-Gräfenrode) und "Wetterau Süd" (Raum Bad Vilbel, Dortelweil, Nieder-Erlenbach bis Seckbach) unterschieden. Separat behandelt werden die Gemarkungen der Region Büdingen, Glauburg Ranstadt sowie Rinderbügen.

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Aktuelle Stickstoff-Nachlieferung

Im Rahmen der WRRL-Beratung im Wetteraukreis werden jährlich auf verschiedenen Standorten N-Monitoring-Flächen angelegt. Auf diesen Flächen werden über die gesamte Vegetationsperiode unterschiedliche vegetationsbegleitende Maßnahmen wie z. B. Chlorophyll-Messungen mit dem Yara N-Tester und Pflanzenschnitte zur Überprüfung der momentanen Stickstoff- und Schwefel-Versorgung durchgeführt. Mithilfe dieser vegetationsbegleitenden Maßnahmen soll die Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden und aus einer möglichen organischen Düngung abgeschätzt werden und auf andere Flächen übertragen werden, um so die Stickstoff-Düngung zu optimieren.

Die wöchentlichen Ergebnisse der vegetationsbegleitenden Maßnahmen finden Sie untenstehend.

Chlorophyll-Messreihe

Chlorophyllmessreihe, Stand 31.05.2019:
Düngezeitpunkte sind in der Datumsachse mit Pfeilen gekennzeichnet

 

Beachten Sie auch den Vorfruchtwert:

Die Chlorophyll-Messreihen werden auf Stoppel-Weizen-Flächen durchgeführt, um die Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden unabhängig von einem Vorfruchtwert besser abschätzen zu können. Bei Vorfrüchten mit hohem Vorfruchtwert wie beispielsweise Raps, Leguminosen oder Kartoffeln kann der derzeitige Bedarf deutlich unter dem der Stoppel-Weizen liegen.

 

++++   Stand 31.05.2019:   ++++

 

Auf allen Standorten, unabhängig vom Nmin-Wert der Flächen, wurde bei der letzten Messung am 29.05.2019 kein Bedarf gemessen. Auf den Standorten in Wölfersheim ist dies auf die Spätgabe am 17.05.2019 zurückzuführen, die nach gemessenem Bedarf auf einer der beiden nahezu gleich bewirtschafteten Schlägen gegeben wurde. Diese wurde direkt vor angekündigten Niederschlägen gegeben und konnte deshalb von den Pflanzen sehr schnell umgesetzt werden. Aufgrund der niedrigen Nmin-Werte dieser Schläge (Nmin 54), konnte hier im Gegensatz zu den Standorten Berstadt und Södel mit hohen Nmin-Werten (Nmin 127 und 115) eine Spätgabe gegeben werden. Trotz fehlender Spätgabe sind diese Standorte dennoch gut mit Stickstoff versorgt. Im Vergleich zur Messung am 15.05.2019 ist sogar ein Anstieg der Chlorophyllkonzentration zu sehen. Demnach liefert der Boden auch Dank der feucht-warmen Bedingungen weiteren Stickstoff aus dem Bodenvorrat nach.

Die Spätgabe sollte nun abgeschlossen sein, damit nicht die Gefahr besteht, dass die Spätgabe durch eine Vorsommertrockenheit nicht verwertet werden kann. Die Bestände zeigen sich nun je nach Saatzeitpunkt in ihrer Entwicklung uneinheitlich. So befinden sich die Schläge in Wölfersheim (Saat 15.10.) in EC 55-59, der spät gesäte Schlag in Södel (27.10.) noch in EC 47.


Regionale N-Düngeempfehlung und Nmin-Werte

Regionale N-Düngeempfehlungen sind für folgende Regionen und WSG erstellt worden:

Düngeempfehlung Frühjahr 2019

Untenstehend finden Sie die Regionale Stickstoff-Düngeempfehlung (1. und 2. Gabe) in Wasserschutzgebieten (WSG) und im WRRL-Maßnahmenraum Wetteraukreis unter Berücksichtigung der regionalen Frühjahrs-Nmin-Werte 2019.

Es handelt sich hierbei um eine aktuelle, um die Region Taunus ergänzte, Version (20.03.2019).

Regionale Düngeempfehlung Frühjahr 2019 (pdf 295 KB)


Dünger-Verteilpläne für Gärreste und Komposte

Organische Dünger sind wertvolle Mehrnährstoffdünger. Bei regelmäßigem Einsatz gemäß guter fachlicher Praxis sind sie Humusquelle für Ackerflächen, bilden einen langsam fließen-den N-Speicher und tragen zu einer Verbesserung des Bodengefüges bei. Gegenwärtig werden neben Rinder- und Schweinegülle bzw. -mist, Klärschlamm sowie zunehmend Kompost und Biogasgärreste in der Wetterau eingesetzt.

Die Nährstoffgehalte der drei letztgenannten Wirtschaftsdünger sind stark von der Zusammensetzung ihres Ausgangssubstrates abhängig. Entsprechend sind Schwankungen innerhalb der Nährstoffzusammensetzung bereits im Jahresverlauf möglich und fordern von den Landnutzern regelmäßige Neuberechnungen der Ausbringmengen. Dafür sind immer die aktuellsten Analysewerte hinzuzuziehen. Um Ihnen aktuelle Empfehlungen zur Verfügung zu stellen, stehen auf dieser Seite Verteilpläne für Komposte und Gärreste ausgewählter Anlagen zum Download bereit. Bitte beachten Sie das Datum der jeweils zu Grunde liegenden Analyse!


Düngebedarfsempfehlung - Düngebedarfsermittlung nach DüV

Die regionalen Nmin-Werte sowie Erfahrungen der Wasserschutzberatung sind Grundlage für die regionale Düngebedarfsempfehlung (DüEMPF), aber auch für eine Einzelschlag-Düngebedarfs-Empfehlung nach den Standards der hessischen Wasserschutzberatung. Ebenso können Sie mit den regionalen Nmin-Werten Ihre Düngebedarfsermittlung (DBE) nach Vorgaben der DüV berechnen.

Der MR Wetterau stellt Ihnen für beide Berechnungen nachfolgend Formulare mit Datentabellen und Anwendungserläuterungen zur Verfügung. Wir möchten jedoch ausdrücklich darauf hinweisen, dass der berechnete Düngebedarf nach Düngebedarfsermittlung der DüV lediglich eine ordnungsrechtli­che Obergrenze für den Stickstoffeinsatz darstellt. Er macht keine Aussage über den tatsächlichen Düngebedarf, der aufgrund standort- und bewirtschaftungsspezifischer Besonderheiten meist deutlich geringer ausfällt, als die Obergrenze nach DüV.

Wir empfehlen somit ausdrücklich, die Ergebnisse der Düngebedarfsempfehlung (DüEMPF) für die N-Düngeplanung umzusetzen. Sie entspricht eindeutiger dem wirtschaftlichen Optimum sowie der Umsetzung der Wasserschutzziele und berücksichtigt somit differenziert

  • die Stickstoff-Nachlieferung aus dem Bodenvorrat (variiert nach Region, Standortgüte und Vegetationsdauer der Kultur),
  • die Nachlieferung aus organischer Düngung (variiert nach langjähriger und aktueller organischer Düngung, Anwendungshäufigkeit etc. sowie
  • die Vorfruchtwirkung von Haupt- oder Zwischenfrüchten.

Sie bildet damit präziser den vorhanden Stickstoff-Vorrat aus verschiedenen Quellen ab, und trägt zu einem effizienteren Stickstoffeinsatz bei.

 

Formulare zur Berechnung

Die Formulare zur Berechnung der Stickstoff-Düngebedarfsempfehlung (blauer Bereich) sowie der Stickstoff-Düngebedarfsermittlung nach DüV (gelber Bereich) samt Datentabellen und Anwendungserläuterungen, sowie Formulare für die Berechnung der P2O5-Düngebedarfsermittlung finden Sie hier:

Fomular Ackerland (pdf, 253 KB)

Formular Grünland (pdf, 168 KB)

 

Des Weiteren stellen wir Ihnen einen Excel-Rechner zur Verfügung, mit dem Sie bequem, ohne Nachschlagen von Tabellenwerten, Ihre Düngebedarfsempfehlung, sowie Ihre Stickstoff und Phosphor-Obergrenze berechnen können.

Bitte beachten Sie, dass Erläuterungen zu rechtlichen Vorgaben und zu Anrechnungen ausschließlich in den Formularen und nicht im Excel-Rechner enthalten sind. 

Excel-Rechner Stickstoff (Ackerland, Grünland) (xlsx, 135 KB)

Excel-Rechner Grundnährstoffe (Ackerland, Grünland) (xlsx, 62 KB)